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Zimt

Zimt

Eine Prise Zimt ist wie ein Hauch des Orients. Der Duft aus 1.001 Nacht inspiriert aber nicht nur die Sinne, sondern auch die herzhafte und süße Küche.

Aroma & Veredelung von Zimt

Ein wohlig warmer Duft umgibt die beiden Arten Ceylon-Zimt und Kassia-Zimt. Der milde Ceylon-Zimt duftet dabei etwas dezenter und begeistert mit einem süßlich würzigen Bouquet. Sanfte Anklänge an Gewürznelke und Piment runden seinen Geschmack ab. Der Kassia-Zimt sticht durch ein wesentlich kräftigeres Aroma hervor: fein herb und fast schon pfeffrig kommt sein Auftritt daher.

Die unterschiedlichen Geschmacksprofile spiegeln sich auch in der Botanik wider. Beide Zimtbäume stammen aus der Familie der Lorbeergewächse und besitzen zwar ähnliches Blattwerk, jedoch unterschiedliche Bauminnenrinden, aus denen der Zimt gewonnen wird. Die Rinde des Kassia-Zimtbaumes wächst dicker als die feine, poröse Rinde des Ceylon-Zimts.

Für die Ernte werden die dünnen Zweige der Zimtbäume geerntet und von der äußeren Rinde befreit. Im nächsten Schritt muss die innere Rinde vorsichtig abgeschält werden – sie ist das eigentliche Gewürz. Die Rinde trocknet unter freiem Himmel, zuerst im Schatten und später in der Sonne, um zu bleichen. Durch das Trocknen entsteht auch die typische Form der Zimtstangen: Theoretisch können beide Arten von Zimtstangen sowohl einseitig als auch beidseitig eingerollt sein. Der Unterschied besteht eher darin, dass die Ceylon-Zimtstangen aus mehreren, blättrigen Zimt-Schichten bestehen und die Cassia Zimtstangen generell aus einer festen Schicht bestehen.

Verwendung von Zimt

Milchreis mit Zimt und Zucker, Grießpudding, süße Pfannkuchen und Crêpes – so schmeckte das köstlich pudrige Pulver in unserer Kindheit. Von zuckrigen Backwaren und Desserts bis hin zu pikanten Gerichten reicht die Bandbreite des beliebten Gewürzes. Besonders im marokkanischen Raum wird Zimt als aromatische Zugabe von Fleischgerichten wie der traditionellen Tajine mit Lamm und Trockenfrüchten geschätzt. Mit seiner ganzen Rinde lassen sich Tee, Punsch, Kompotte, Konfitüren oder Rotkohl aromatisieren. Das Pulver hingegen findet sich in vielen Rezepten für Zimtcreme, Joghurt sowie zahlreichen Kuchenkreationen. Sein wärmendes Aroma kommt aber auch im indischen Chai oder würzigem Zimt-Ingwer-Tee zum Vorschein.

Herkunft & Historie von Zimt

Die Nutzung von Zimt als Gewürz reicht tausende Jahre zurück – der tropische Baum gilt als eines der ältesten Gewürze der Welt. Die Rinde der Zimtkassie im Süden Chinas wird bereits seit Jahrtausenden gehandelt. Schon früh erwähnt wird Zimt außerdem in der Bibel, wo Moses das Gewürz auf Geheiß Gottes zur Herstellung eines Salböls verwenden sollte. Hippokrates, der berühmte Arzt der römischen Antike, rühmte die heilende Wirkung des Zimts. Kurzum: Zimt spielt als Gewürz, Arznei, Parfüm und als Räucherwerk seit jeher eine große Rolle.

Die Handelsroute des begehrten Gewürzes verlief über das Rote Meer nach Alexandria. Die Händler erzählten abenteuerliche Geschichten und verschleierten die Herkunft des Zimts, um ihr Geschäft nicht zu gefährden: So wurden Zimtpflanzen mal aus den Nestern der „Zimtvögel“ entwendet oder angeblich mit großen Netzen aus der Quelle des Nils gefischt.

Zimt gelangte vermutlich über die römischen Legionäre nach Mitteleuropa – und blieb dort lange Zeit nur den Reichen vorbehalten. Die Anekdote über den Augsburger Kaufmann Anton Fugger, der die Schuldscheine von Kaiser Karl V. vor dessen Augen in einem Feuer aus kostbaren Zimtstangen verbrannt haben soll, um seinen Reichtum zu demonstrieren, steht symbolisch für den Wert des Gewürzes. Es folgten zahlreiche Konflikte rund um die Zimtkolonie Ceylon. Erst nachdem die Holländer ihre Kolonialherrschaft über Ceylon 1796 an die Engländer abtreten mussten, bauten sie auf Java Zimt an und brachen somit das Monopol.