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Lorbeer

Lorbeer

Einst adelte er die Olympioniken: Laurus nobilis, der Edle, wie der Lorbeer im Lateinischen heißt, besitzt jedoch auch eine lange Tradition als Gewürzpflanze.

Aroma & Veredelung von Lorbeer

Lorbeerblätter zeichnen sich durch ein herbes, würziges Bouquet mit einem Hauch von Muskat aus, deren Aroma sich stärker entfaltet, je länger die Blätter mitgekocht oder eingelegt werden. Die getrockneten Lorbeerblätter enthalten Gerbstoffe und ätherische Öle, die für einen intensiven Geschmack sorgen. Daher wird dieses Gewürz in der Küche auch nur als Zugabe verwendet, die vor dem Servieren entfernt wird.

Der genügsame Lorbeerbaum gehört zu den immergrünen Pflanzen, eine Ernte der ledrigen, dunkelgrünen Blätter ist daher das ganze Jahr über möglich. Traditionell werden Lorbeerblätter an einem schattigen Platz getrocknet, da das Sonnenlicht die grüne Farbe ausbleichen würde. Der meiste Lorbeer stammt heutzutage aus der Mittelmeerregion, hier vor allem aus der Türkei, wo die Bäume auf großen Plantagen kultiviert werden.

Verwendung von Lorbeer

Der berühmte Sonntagsbraten, zartes Hirschragout, frisch gebeizter Sauerbraten oder ein herrlich deftiger Eintopf – Lorbeer ist aus diesen Gerichten gar nicht wegzudenken. Die getrockneten Blätter gelten als perfekte Basiswürze für herzhafte Gerichte. Besonders gut unterstreicht das Gewürz von Natur aus saure Gerichte wie eingelegte grüne Tomaten, Gurken, Heringe, Mixed Pickles, Sauerkraut oder aber auch Fleischsülze. Als Zutat von Einmach-Gewürzmischungen ist Lorbeer ebenso unentbehrlich wie als Teil des berühmten Bouquet Garni. Seite an Seite mit Thymian und Petersilie wandert das Lorbeerblatt zum kleinen Kräuterstrauß gebunden in klare Bouillons und dicke Suppen.

Herkunft & Historie von Lorbeer

Wann genau der Lorbeer Einzug in die Küchen dieser Welt hielt, ist nicht genau überliefert. Aber die immergrüne Pflanze taucht bereits in der griechischen Mythologie auf. In einer ihrer Geschichten wird die Nymphe Daphne sogar in einen Lorbeerstrauch verwandelt, um so dem verliebten Apollo zu entkommen. Weil Apollo Gott der Kämpfenden und der Siegenden war, wurde der Lorbeerkranz zum Symbol für Kriegshelden, Sportler und Dichter.

Die prominentesten Lorbeerträger stammten jedoch aus Rom: Seit Augustus trugen die römischen Kaiser einen Lorbeerkranz auf dem Kopf. Später wurden die Lorbeeren zu einer angesehenen Auszeichnung für gefeierte Sänger und Dichter.

Zu seinen geheimen Kräften gehörte angeblich die Fähigkeit, den Sehern das Verborgene zu zeigen. Etwas realistischer wirkt da schon der Trank, den die für ihre Naturheilkunde bekannte Äbtissin Hildegard von Bingen in einem ihrer Bücher beschreibt: Aus Wein und Lorbeerfrüchtepulver empfahl sie einen Sud, der Linderung bei Magenbeschwerden bringen sollte.

Heute finden sich Lorbeerblätter auch außerhalb der Kräuterküchen in nahezu jedem heimischen Gewürzregal wieder, wo sie als aromatisches Basisgewürz für herzhafte Speisen aller Art geschätzt werden.

Flavour-Pairing

Würzideen: Lorbeerblätter harmonieren besonders gut mit Basilikum, Fenchel, Kümmel, Majoran, Muskatnuss, Nelken, Oregano, Petersilie, Piment, Rosa Beeren, Salbei, Senf, Thymian, Wacholder, Cassia-Zimt.

Food-Pairing

Aromaküche: Die getrockneten ganzen Lorbeerblätter ganz kurz ohne Fett anrösten, dabei entfalten sich auf perfekte Art die vielseitigen Aromastoffe und sorgen für einen Ausgleich säuerlicher Noten, z.B. in Marinaden.