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Welches Öl eignet sich zum Braten?

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Bestes Bratöl: raffiniertes Rapsöl, Sonnenblumenöl, Olivenöl oder Erdnussöl

  • Rauchpunkt: zum Braten ideal ab etwa 200 °C

  • Nicht geeignet: Leinöl, native Öle, Butter und Margarine zum scharfen Anbraten

  • Frittieren: am besten mit raffiniertem Erdnussöl, Olivenöl oder Sonnenblumenöl

  • Kalte Küche: native, kaltgepresste Öle für Salate, Dips und Antipasti

  • Faustregel: native Öle kalt verwenden, raffinierte Öle erhitzen

Welches ist das beste Öl zum Braten? Rauchpunkte im Überblick

Der Rauchpunkt gibt an, ab welcher Temperatur ein Öl zu rauchen beginnt und Stoffe wie Transfette und Acrolein freisetzen kann. Je höher der Rauchpunkt, desto besser eignet sich ein Öl zum Braten und Erhitzen.

Öl / Fett

Rauchpunkt

Eignung zum Braten

Raffiniertes Olivenöl

230 °C

Sehr gut – auch zum scharfen Anbraten

Raffiniertes Sonnenblumenöl

220 °C

Sehr gut – hocherhitzbares Bratöl

Raffiniertes Rapsöl

204 °C

Gut – vielseitiges Allround-Bratöl

Raffiniertes Erdnussöl

230 °C

Sehr gut – ideal zum Frittieren

Kokosfett (raffiniert)

200 °C

Gut – hitzestabil, leicht süßliches Aroma

Natives Olivenöl extra

1230-175 °C

Bedingt – nur für schonendes Braten

Natives Rapsöl

140 °C

Bedingt – nicht zum scharfen Anbraten

Butter

170 °C

Bedingt – verbrennt schnell, nur sanftes Braten

Margarine

170 °C

Bedingt – wie Butter, nicht hocherhitzbar

Leinöl

170 °C

Nicht geeignet – nur für kalte Speisen

Was ist der Unterschied zwischen nativem und raffiniertem Öl?

Speiseöle werden grundsätzlich in zwei Kategorien unterteilt: nativ (kaltgepresst) und raffiniert.

  1. Native Öle werden schonend und mechanisch gewonnen. Sie behalten mehr Aroma- und Begleitstoffe als raffinierte Öle und haben meist ein intensiveres Aroma. Ihr Rauchpunkt liegt jedoch deutlich niedriger.

  2. Raffinierte Öle werden nach der Gewinnung gereinigt, entsäuert, gebleicht und desodoriert. Durch die Raffination steigt der Rauchpunkt deutlich an, was sie zum hitzestabilen Bratöl macht.

Faustregel: Native Öle für Salate und kalte Gerichte – raffinierte Öle zum Braten, Frittieren und Erhitzen.

Gut zu wissen: Fehlt der Hinweis „nativ“ oder „kaltgepresst“ auf dem Öletikett, handelt es sich häufig um ein raffiniertes Öl.

Rapsöl oder Sonnenblumenöl zum Braten – welches Öl ist besser?

Raps- und Sonnenblumenöl sind beide als raffinierte Variante gut zum Braten geeignet. Der entscheidende Unterschied liegt im Fettsäureprofil und der Fettsäurezusammensetzung.

Rapsöl zum Braten:

  • Rauchpunkt: 204 °C (raffiniert)

  • Reich an einfach ungesättigten Fettsäuren

  • Neutraler Geschmack – vielseitig einsetzbar

Sonnenblumenöl zum Braten:

  • Rauchpunkt: 220 °C (raffiniert) – höher als Rapsöl

  • Hoher Anteil mehrfach ungesättigter Fettsäuren

  • Geschmacksneutral, gut für Backwaren und Frittiertes

  • Nur in raffinierter Form zum Braten geeignet

Fazit: Zum Braten ist raffiniertes Rapsöl oftmals die bessere Wahl. Wer einen noch höheren Rauchpunkt benötigt – etwa für das scharfe Anbraten von Fleisch – greift besser zu raffiniertem Sonnenblumenöl oder raffiniertem Olivenöl.

Welches Öl passt zu welchem Lebensmittel?

Die Wahl des Bratöls hängt auch von den verwendeten Lebensmitteln ab. Neutrale Öle lassen Gewürze und Marinaden besser zur Geltung kommen – aromatische Öle können das Gewürzprofil eines Gerichts überlagern.

  • Steak und Fleisch brät man am besten in raffiniertem Sonnenblumenöl oder raffiniertem Erdnussöl scharf an. Beide Öle sind geschmacksneutral und lassen Gewürze wie schwarzen Pfeffer, Rosmarin und Knoblauch unverfälscht wirken. Marinaden mit Paprika, Kreuzkümmel oder Chilipulver kommen in einem neutralen Öl besonders gut zur Geltung.

  • Fisch gelingt am besten in raffiniertem Olivenöl. Es harmoniert geschmacklich mit mediterranen Gewürzen wie Thymian, Rosmarin und Zitronenthymian sowie mit Fenchelsamen oder weißem Pfeffer. Für asiatisch gewürzten Fisch mit Ingwerpulver, Koriander oder Zitronengras empfiehlt sich stattdessen raffiniertes Erdnussöl.

  • Geflügel brät man idealerweise in raffiniertem Rapsöl. Das neutrale Öl lässt Gewürzmischungen wie Curry, Paprika oder Kräuter der Provence zur Geltung kommen, ohne das Eigenaroma zu überdecken.

  • Gemüse eignet sich für raffiniertes Olivenöl oder Rapsöl. Wichtig: Gewürze wie Kurkuma, Kreuzkümmel oder Koriander erst nach dem Anbraten zugeben – bei zu hoher Hitze verbrennen sie und werden bitter.

  • Wok-Gerichte gelingen mit raffiniertem Erdnussöl. Die extreme Hitzestabilität ist entscheidend – Gewürzpasten mit Ingwer, Chili und Knoblauch erst am Ende einrühren, damit ihre Aromen erhalten bleiben.

Welches Öl eignet sich zum Frittieren?

Zum Frittieren sind Temperaturen zwischen 160 und 180 °C erforderlich – manche Fritteusen erreichen bis zu 200 °C. Geeignet sind vor allem raffinierte, hitzestabile Öle mit hohem Rauchpunkt, da diese beim Erhitzen besonders schnell oxidieren.

Geeignete Öle zum Frittieren:

  • Raffiniertes Erdnussöl (Rauchpunkt: 230 °C) – klassisches Frittieröl

  • Raffiniertes Olivenöl (Rauchpunkt: 230 °C) – hitzestabil und mild im Geschmack

  • Kokosfett (raffiniert, Rauchpunkt: 200 °C) – hitzestabil, leicht süßes Aroma

  • Raffiniertes Sonnenblumenöl (Rauchpunkt: 220 °C) – oft günstigere Alternative

Nicht geeignet zum Frittieren sind native Öle, Leinöl, Butter und Margarine – ihr Rauchpunkt ist zu niedrig und es können Transfette entstehen.

Wichtig: Heißes Frittieröl muss richtig entsorgt werden. Dafür das Öl abkühlen lassen und im verschlossenen Behälter über den Hausmüll entsorgen – niemals in den Abfluss gießen, da es Abwasserleitungen verstopft und Kläranlagen belastet.

Welches Öl eignet sich am besten zum Backen?

Zum Backen eignen sich geschmacksneutrale Öle am besten, da sie das Aroma des Gebäcks nicht beeinflussen. Empfehlenswert sind:

  • Rapsöl – der beliebteste Butterersatz beim Backen

  • Sonnenblumenöl – geschmacksneutral

  • Erdnussöl – leicht nussiges Aroma, gut für herzhafte Backwaren

  • Kokosöl – gibt Gebäck eine leichte Süße, fest bei Zimmertemperatur

Welche Öle sind für Salate und kalte Gerichte geeignet?

Bei kalten Speisen steht nicht die Hitzebeständigkeit, sondern das Aroma und der Nährstoffgehalt im Vordergrund. Für Salate, Dips und Antipasti empfehlen sich hochwertige native, kaltgepresste Öle:

  • Natives Olivenöl extra vergine – intensiv-fruchtig, klassisch für Salate und mediterrane Gerichte

  • Leinöl – nussig, besonders reich an Omega-3-Fettsäuren

  • Walnussöl – feines Nussaroma, nur kaltgepresst erhältlich

  • Traubenkernöl – mild-fruchtig, gut für leichte Salatsoßen

  • Kürbiskernöl – kräftig-nussig, typisch für österreichische Küche

Wie lagert man Speiseöle richtig?

Speiseöle richtig zu lagern, kann ihre Haltbarkeit verlängern und erhält die Qualität. Die drei wichtigsten Regeln sind:

  1. Dunkel lagern: Licht kann die Qualität schneller beeinträchtigen – dunkle Flaschen oder ein lichtgeschützter Vorratsschrank sind ideal.

  2. Kühl und trocken: Wärme fördert das Ranzigwerden, besonders bei unraffinierten Ölen.

  3. Verschlossen aufbewahren: Sauerstoffkontakt oxidiert die Fettsäuren im Öl.

Warum flockt Olivenöl im Kühlschrank?

Wenn Olivenöl gekühlt wird, beginnen die enthaltenen Wachse und Fettsäuren zu kristallisieren – ähnlich wie Honig, der kandiert. Die Qualität leidet dabei nicht. Bei Zimmertemperatur wird das Öl innerhalb kurzer Zeit wieder klar und flüssig.