Einmachen & Einkochen: So konservierst du dein Essen Schritt für Schritt
Einmachen bezeichnet das Haltbarmachen von Lebensmitteln mithilfe von Hitze, Vakuum und Sterilität. Die zwei wichtigsten Methoden sind dabei das Einkochen im Wasserbad (auch als Einwecken bekannt) und das Einmachen im engeren Sinne (Kochen mit Zucker oder Säure, z.B. für Marmeladen und Konfitüren). Richtig durchgeführt sind eingekochte Lebensmittel mehrere Monate haltbar.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Methoden: Einkochen = rohe Lebensmittel ins Glas, dann im Wasserbad erhitzen / Einmachen = erst kochen, dann heiß abfüllen (z.B. Marmelade, Konfitüre)
- Geeignet für: Einkochen: Gemüse-Rezepte, Kompott, Suppen-Rezepte, Eintopf-Rezepte / Einmachen: Marmelade, Konfitüre, Chutney, Aufstriche
- Temperatur: Einkochen bei 80–100 °C im Wasserbad; säurearme Lebensmittel (Fleisch, Hülsenfrüchte) nur im Einkochtopf oder Dampfdruckkochtopf
- Haltbarkeit: Eingekochtes bis zu 24 Monate / Eingemachtes 6–12 Monate – kühl (8–15 °C), dunkel und trocken lagern
- Fertig wenn: Der Deckel wölbt sich nach innen (Vakuum intakt) – wölbt er sich nach außen oder gibt kein Knacken beim Öffnen → sofort entsorgen
Was ist der Unterschied zwischen Einmachen und Einkochen?
Der Hauptunterschied liegt in der Reihenfolge der Verarbeitung: Beim Einkochen kommen die Lebensmittel roh ins Glas und werden dann erhitzt – beim Einmachen werden sie zuerst im Topf gekocht und erst danach abgefüllt.
Beim Einkochen (Pasteurisierung) füllst du rohe Lebensmittel direkt in sterilisierte Einmachgläser und erhitzt sie anschließend im Wasserbad oder Backofen bei mindestens 80–100 °C. Die Hitze tötet Mikroorganismen ab; beim Abkühlen entsteht ein Vakuum im Glas. Eingekochte Produkte wie Gemüse, Suppen oder Kompott sind bei kühler, dunkler Lagerung bis zu 24 Monate haltbar.
Beim Einmachen im engeren Sinne kochst du die Zutaten zuerst im Topf mit Zucker oder Säure auf – typisch für Marmeladen, Konfitüren und Chutneys. Die Reduktion des Wasseranteils und der erhöhte Säuregehalt verhindern die Vermehrung von Mikroorganismen. Die Haltbarkeit liegt dabei bei 6 bis 12 Monaten und ist damit kürzer als beim Einkochen.
Einmachen und Einkochen: die Unterschiede auf einen Blick
| Merkmal | Einkochen | Einmachen |
|---|---|---|
| Methode | Rohe Lebensmittel in Einmachgläser füllen und im Wasserbad erhitzen | Zutaten zuerst kochen, dann in Gläser füllen |
| Haltbarkeit | Mehrere Monate bei richtiger Lagerung | Wenige Monate |
| Aufwand | Höher; längere Standzeiten | Geringer; auch für kleinere Mengen geeignet |
| Geeignet für | Obst, Gemüse-Rezepte, Suppen-Rezepte, Eintopf-Rezepte | Marmelade, Konfitüre, Chutney, Aufstriche |
| Konservierung durch | Hitze + Vakuum | Reduktion von Wasseranteil + Säure + Vakuum |
Für welche Lebensmittel eignet sich welche Konservierungsmethode?
Die Wahl der Methode hängt vor allem vom Säuregehalt des Lebensmittels ab. Als Faustregel gilt: Lebensmittel mit einem pH-Wert unter 4,6 kannst du sicher im Wasserbad einkochen.
Säurearme Lebensmittel wie Fleisch oder Hülsenfrüchte erfordern höhere Temperaturen und solltest du ausschließlich im Einkochtopf oder Dampfdruckkochtopf verarbeiten.
- Einkochen: Gemüse (Bohnen, Paprika, Zucchini), Obst als Kompott, Suppen, Eintöpfe
- Einmachen mit Zucker: Marmelade, Konfitüre, Fruchtaufstriche, Gelees
- Einlegen in Essig: Essiggurken, Mixed Pickles, Antipasti
Saisonales Obst wie Erdbeeren (Mai–Juni), Pflaumen (August–Oktober) oder Äpfel (September–November) eignet sich besonders gut zum Einmachen.
Wie funktioniert Einmachen?
Beim Einmachen kochst du die Zutaten mit Zucker oder Säure auf, füllst die heiße Masse in sterilisierte Gläser und erzeugst durch Umdrehen ein Vakuum, das die Haltbarkeit sichert. Die Anleitung gilt am Beispiel Konfitüre – Einfülltemperatur und Einkochzeit variieren je nach Lebensmittel.
- Obst verlesen, waschen und in einen großen Topf geben.
- Obst zu einem Mus zerkochen oder pürieren.
- Gelierzucker (z.B. im Verhältnis 2:1) und Zitronensaft hinzufügen.
- Alles unter Rühren aufkochen und 4–5 Minuten köcheln lassen.
- Heiße Konfitüre sofort in sterilisierte Schraubgläser füllen.
- Gläser fest verschließen und 5 Minuten auf den Kopf stellen, damit ein Vakuum entsteht.
- Gläser umdrehen, vollständig abkühlen lassen und kühl und dunkel lagern.
Wie sterilisierst du Einmachgläser richtig?
Die einfachste Methode: Koche Gläser und Deckel 10 Minuten lang in kochendem Wasser aus oder erhitze sie 15 Minuten bei 120 °C im Backofen. Trockne die Gläser anschließend nicht ab, sondern lasse diese kopfüber auf einem sauberen Küchentuch abtropfen.
Welche Einmachgläser eignen sich fürs Einmachen?
Für das Einmachen stehen zwei gängige Glastypen zur Wahl: das klassische Weckglas mit Gummiring, Glasdeckel und Klammern sowie das Schraubglas mit Twist-off-Deckel. Beide sind geeignet, unterscheiden sich aber in Handhabung, Wiederverwendbarkeit und Preis.
Weckgläser sind durch den beim Abkühlen entstehenden Unterdruck luftdicht verschlossen. Sie sind spülmaschinenfest, mehrfach verwendbar und besonders für das Einkochen im Wasserbad geeignet.
Schraubgläser sind günstiger und einfacher zu handhaben. Gebrauchte Twist-off-Deckel solltest du jedoch nicht wiederverwenden, da die Dichtmasse nachlässt und das Vakuum nicht mehr zuverlässig hält. Ein intaktes Vakuum erkennst du am nach innen gewölbten Deckel.
Wie funktioniert Einkochen?
Beim Einkochen füllst du rohe oder vorbereitete Lebensmittel in sterilisierte Gläser, verschließt sie und erhitzt sie im Wasserbad oder Backofen, bis Mikroorganismen abgetötet sind und ein Vakuum entsteht. Die Methode eignet sich besonders für Gemüse, Kompott, Suppen und Eintöpfe.
Für das Einkochen benötigst du einen großen Topf oder einen speziellen Einkochtopf, Einmachgläser oder Schraubgläser sowie ein Küchenthermometer zur Temperaturkontrolle.
Dann gehst du folgendermaßen vor:
- Lebensmittel waschen, putzen und bei Bedarf blanchieren oder vorkochen.
- Gläser und Deckel sterilisieren (10 Minuten auskochen oder 15 Minuten bei 120 °C im Backofen).
- Lebensmittel in die Gläser füllen, dabei etwa 2 cm Rand freilassen.
- Gläser mit kochendem Wasser oder Sud auffüllen, Luftblasen mit einem Messer lösen.
- Deckel fest verschließen und Gläser in den Einkochtopf stellen. Die Gläser dürfen sich nicht berühren.
- So viel Wasser auffüllen, dass die Gläser zu drei Vierteln im Wasser stehen.
- Wasser auf die erforderliche Einkochtemperatur erhitzen und die Einkochzeit einhalten.
- Gläser nach dem Einkochen herausnehmen und auf einem Tuch abkühlen lassen, ohne es zu bewegen.
- Vakuum prüfen: Der Deckel muss sich nach innen wölben. Gläser ohne Vakuum sofort verbrauchen.
Wie lange sind eingemachte Lebensmittel haltbar?
Die Haltbarkeit eingemachter Lebensmittel hängt von der Methode und den Lagerbedingungen ab. Optimal ist ein kühler (8–15 °C), dunkler und trockener Lagerort – etwa Keller oder Speisekammer. Nach dem Öffnen müssen alle eingekochten und eingemachten Produkte im Kühlschrank aufbewahrt und innerhalb von 3 bis 7 Tagen verbraucht werden.
Eingemachte Lebensmittel sind je nach Methode 6 bis 24 Monate haltbar. Konfitüren und Marmeladen halten sich dabei etwas weniger lang als eingekochtes Gemüse.
Entscheidend sind dabei Lagerbedingungen: Optimal ist ein kühler (8–15 °C), dunkler und trockener Ort wie Keller oder Speisekammer. Nach dem Öffnen müssen alle Produkte im Kühlschrank aufbewahrt und innerhalb von einigen Tagen verbraucht werden.
Wie erkennst du verdorbenes Einmachgut?
Verdorbenes Einmachgut lässt sich meist zuverlässig erkennen. Das sicherste Zeichen: Der Deckel wölbt sich nach außen oder gibt beim Öffnen kein typisches Knack-Geräusch von sich – das Vakuum ist nicht mehr intakt. Im Zweifelsfall gilt: nicht probieren und sofort entsorgen.
Weitere Warnsignale für verdorbenes Einmachgut:
- Schimmel an der Oberfläche, am Glasrand oder am Deckel
- Schaumbildung oder Blubbern beim Öffnen (Zeichen von Gärung)
- Trübe Flüssigkeit bei eigentlich klaren Produkten (z.B. Kompott)
- Ungewöhnlicher, säuerlicher oder fauliger Geruch
- Starke Verfärbungen des Inhalts
Die wichtigsten Infos zum Einmachen
Die wichtigsten Fragen und Antworten rund ums Einmachen findest du im Folgenden.
Was heißt Einmachen?
Einmachen bezeichnet das Haltbarmachen von Lebensmitteln durch Kochen mit Zucker oder Säure – typisch für Marmeladen, Konfitüren und Chutneys. Die gekochte Masse wird heiß in sterilisierte Gläser gefüllt, die durch ein entstehendes Vakuum luftdicht verschlossen werden.
So sind eingemachte Lebensmittel ohne Kühlung mehrere Monate lang haltbar.
Was ist der Unterschied zwischen Einmachen und Einkochen?
Beim Einkochen kommen rohe Lebensmittel direkt ins Glas und werden anschließend im Wasserbad erhitzt. Beim Einmachen hingegen werden die Zutaten zuerst im Topf gekocht und dann abgefüllt. Eingekochte Produkte wie Gemüse oder Suppen sind dabei etwas länger haltbar als eingemachte Produkte wie Marmelade.
Beide Methoden nutzen ein Vakuum zur Versiegelung, unterscheiden sich aber in Temperatur, Aufwand und geeigneten Lebensmitteln.
Warum heißt es Einmachen?
Der Begriff „Einmachen" leitet sich vom Vorgang des „Machens" – also des Zubereitens und Verarbeitens – von Lebensmitteln zum Zweck der Haltbarmachung ab. Historisch bezeichnete „einmachen" das Einlegen oder Einkochen von Vorräten für den Winter, als Konservierung ohne Kühlung lebensnotwendig war.
Heute wird der Begriff vor allem für das Haltbarmachen mit Zucker oder Säure verwendet, während „Einkochen" die Methode mit Hitze und Wasserbad beschreibt.

