Holunderblüten: Köstliche Frühlingsboten

Holunderblüten: Köstliche Frühlingsboten

Ende Mai ist die Luft vielerorts erfüllt vom süßlichen Duft der Holundersträucher – das macht Lust auf mehr! Wir liefern raffinierte Ideen, mit denen die aromatischen Blüten in den Mittelpunkt der kreativen Frühlingsküche rücken. Denn die Einsatzmöglichkeiten für Holler, so wird der Schwarze Holunderbusch in Süddeutschland und in der Alpenregion genannt, hören bei der Sirupherstellung noch lange nicht auf.

Frisch gepflückt und fein verarbeitet: Holunderblüten in der Küche

Die Holunderblütenzeit ist ein recht kurzes Vergnügen: Nur von Mai bis Anfang Juli zieren die weißen Blüten der Sträucher Gärten und Wegesränder. Es lohnt sich, die Blütezeit zu nutzen und Delikatessen mit ihnen zu aromatisieren. Um Speisen mit herausragendem Geschmack zu kreieren, sollten allerdings keine geschlossenen Knospen, sondern ausschließlich voll aufgeblühte Exemplare verwendet werden.

Die feine Süße und der charakteristische Geschmack dieser lokalen Spezialität stecken im äußerst empfindlichen Blütenstaub. Die behutsam abgeschnittenen Dolden sollten daher keinesfalls abgespült, sondern nur kurz ausgeschüttelt werden, um kleine Bewohner zu entfernen.

Profitipp:

Holunderblüten lieben schönes Wetter! Pflückt man sie an einem
sonnigen Tag, wenn der Morgentau verdampft ist, schmecken sie
besonders aromatisch. Die empfindlichen Blüten werden idealerweise
in einem Körbchen transportiert. Darin liegen sie locker und
verderben nicht so schnell.


Spezialitäten zum Brunch: Holundergelee und -Vinaigrette

Das Zwitschern der Vögel, die Gesellschaft von Freunden und der Duft herzhafter und süßer Leckereien: Ein ausgiebiger Brunch im Garten ist wohl die schönste Art, das Wochenende einzuläuten. Natürlich möchten Gastgeber mit besonderen Geschmackskombinationen begeistern – und die Zugabe von Holunderblüten eignet sich hierfür hervorragend.

Ob feines Apfel-Holunderblüten-Gelee oder fruchtige Vinaigrette: Holler verleiht klassischen Rezepten einen ganz besonderen Pfiff.

Der schnelle Rezepttipp: Für ein
Holunderblüten-Dressing 30 Milliliter Holunderblütensirup, 100
Milliliter Olivenöl, 50 Milliliter weißen Balsamico-Essig, 30 Gramm
körnigen Dijon-Senf und zehn Gramm Agavendicksaft verrühren. Das
Aroma passt hervorragend zu sommerlichen Blattsalaten.
Profitipp:

Traditionell wird Holunderblütengelee mit Zitrone, Apfelsaft und
Gelierzucker hergestellt. Richtig interessant wird es, wenn mit
gegensätzlichen Komponenten gespielt wird: Eine Prise Ingwer setzt der Süße
des Hollers eine angenehme Schärfe entgegen.


Raffiniertes für die Kaffeetafel: Backen mit Holunderblüten

Vom luftigen Rührkuchen über die fruchtige Joghurttorte bis hin zum verführerischen Cupcake eröffnen Holunderblüten auch Backfreunden völlig neue Möglichkeiten. Die zuvor ausgeschüttelten Dolden – sieben bis zehn Stück pro Rezept genügen – werden hierfür wahlweise mit warmem Zuckersirup oder sanft erhitzter Milch übergossen und einige Zeit darin ziehen gelassen, damit sie ihr süßes Aroma an die Flüssigkeit abgeben können.

Der Sirup oder die Milch werden dann Rührteig, Joghurtmasse oder Buttercreme beigemischt und wie gewohnt verarbeitet – eine kleine Variation mit großartigem Effekt. Wird das Gebäck vor dem Servieren noch mit einigen der zarten Blüten dekoriert, ist die Kuchenkunst perfekt.

Profitipp:

Für einen selbstgemachten Holunderblütensirup werden 500 Gramm
Zucker und 12 Gramm Zitronensäure in derselben Menge Wasser
aufgekocht, bis die Kristalle sich gelöst haben. Anschließend etwa
zehn Dolden damit übergießen und mindestens zwei Tage ziehen
lassen. Zucker und Flüssigkeit im Rezept dann entsprechend
reduzieren. Damit dieser nicht zu süß wird, kann dem Sirup auch
frischer Zitronensaft beigefügt werden. Durch ein feines Sieb
abgegossen, in sauber ausgekochten Flaschen abgefüllt und bei
dunkler, kühler Lagerung ist der Sirup etwa ein Jahr haltbar.


Das Beste zum Schluss: Ausgebackene Holunderblüten und selbstgemachtes Eis

Eine raffinierte Nachspeise ist das i-Tüpfelchen eines gelungenen Essens – doch im Frühling und Sommer sollte sie nicht allzu schwer sein. Ausgebackene Holunderdolden, bei denen die zarten Blüten von einer knusprigen Teighülle umschlossen und mit Puderzucker bestäubt werden, gehören zu den Dessertklassikern, denen wohl niemand widerstehen kann. Es darf noch etwas exquisiter sein? Ein frisch gerührtes Eis aus der Eismaschine mit Holunderblütensirup und Champagner, garniert mit aromatischer Minze, fungiert als süße Krönung eines jeden Menüs!